Gewitter, was tun?

Blitzschutz ist im wahrsten Sinne des Wortes ein heißes Thema. Liest man einschlägige Literatur, kommt man schnell zum Schluß, daß wirksamer Blitzschutz auf Booten praktisch unmöglich ist. Da liest man von quadratmetergroßen Erdungsplatten, meterhohen Blitzschutzmasten und armdicken Erdungsleitungen. Wie, bitteschön, soll man derlei schweres Gerät auf einem mittelgroßen Kajütboot unterbringen? Und wer garantiert, daß sich ein Blitz im Ernstfall an die ihm zugewiesenen Bahnen hält?


Geht man das Thema Blitzschutz von der praktischen Seite an, steht im Mittelpunkt stets der Kompromiß zwischen technisch Machbarem und erzielbarer Schutzwirkung. In erster Linie interessiert uns dabei der Personenschutz. Ob das Echolot oder der elektronische Kartenplotter nach einem Blitzeinschlag noch einwandfrei funktioniert, ist nach unserem Dafürhalten eher nebensächlich und auch mit hohem Aufwand kaum sicherzustellen.

Offene Sportboote
Um es ganz deutlich zu sagen: Offene Boote haben bei Gewitter nichts auf dem Wasser zu suchen. Das heißt: Schon bei Gewittergefahr hilft nur, mit A.K. (äußerste Kraft) einen rettenden Hafen zu suchen; denn durch ihre offene Bauart ist es nicht möglich, das Boot oder die Insassen gegen Blitzschlag zu schützen.

Kajütboote
Kajütboot-Fahrer sind da schon besser dran. Je nach Bootsgröße und Material bietet diese Bootsart von Haus aus mehr Schutz.

Am sichersten sind Stahlboote. Ähnlich wie Autos bilden sie einen sogenannten Faradayschen Käfig, in dessen Inneren (Salon oder Kajüte) man vorm direkten Blitzschlag geschützt ist. Die Aufbauten und der Stahlrumpf leiten den Blitz entlang der Außenhaut zuverlässig ins Wasser. Wichtig ist allerdings, daß man keine Metallteile berührt. Besser noch, hält man mindestens 30 cm Abstand von ihnen.

 
In Kunststoff- oder Holzbooten ist man ebenfalls im Innenraum am besten aufgeboben. Dennoch wird der Blitzschlag hier zur größeren Gefahr. Ist der Einschlagsort mit dem höchsten Punkt des Bootes (Mast oder Geräteträger) noch relativ klar, kann der Austrittsort des Blitzes nicht vorausgesagt werden. Es ist durchaus möglich, daß er unterhalb oder kurz oberhalb der Wasserlinie liegt. Im Ernstfall bedeutet dies Wassereinbruch. Ist die E-Anlage hin, was wahrscheinlich ist, hilft nur noch die hoffentlich vorhandene Handlenzpumpe.


Ein weiterer Gefahrenpunkt auf Kunststoffbooten ist die Hitzewirkung des Blitzschlages mit der damit verbundenen Brandgefahr.


Quelle: Boote Magazin


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