Wenn es flach wird

Schaden macht klug. Aber offensichtlich muss man erst mit dem Boot aufgelaufen sein, um dieser Binsenweisheit Bedeutung beizumessen.
Obwohl die meisten Motorboote mit Tiefgängen zwischen 0,50 m und 1,20 m im Gegensatz zu ihren segelnden Kollegen sicher nicht zu den besonders gefährdeten Wasserfahrzeugen gehören, sind beschädigte Propeller, Antriebe und Rümpfe an der Tagesordung. Die Gründe: Leichtsinn und mangelnde Revierkenntnis.
Nun, gegen Leichtsinn ist kein Kraut gewachsen. Schlechte Revierkenntnis kann man dagegen mit einer gezielten Törnplanung vermeiden.
Zunächst muss man sich klar darüber werden, wo mit Untiefen oder flachem Wasser zu rechnen ist.

Wo kann’s flach werden?


Auf Flüssen und Seen ist dies oft schwieriger auszumachen als man zunächst vermutet. Zwar bekommt man aus allerlei Quellen wie beispielsweise den Wasser- und Schifffahrtsämtern die aktuellen Wasserstände, doch sagen diese an Pegeln abgelesenen Werte dem normalen Sportbootfahrer nichts über die tatsächlich vorhandene Wassertiefe. Ist das Gewässer betonnt, muss man deshalb unbedingt in der Fahrrinne bleiben. Ist es dagegen unbetonnt, helfen nur eine langsame Geschwindgkeit (5 kn), ein eingeschaltetes Echolot und Erfahrung. So sollte man beispielsweise auf fließenden Gewässern Kurven oder Krümmungen stets ausfahren, weil hier das Wasser in der Regel etwas tiefer ist. Abkürzungen über die Kurven-Innenseite führen oft direkt auf eine aufgespülte Sandbank.

Tipp: Auf Flüssen Kurven immer im Außen- radius befahren.

Besondere Vorbereitungen erfordern Fahrten auf tidenabhängigen Gewässern wie beispielsweise in Deutschland der Unterelbe, der Unterems oder der Unterweser. Hier wird der Wasserstand von Ebbe und Flut bestimmt.

Tipp: Tidenabhängige Gewässer im In- und Ausland nur mit Seekarte und Tidenkalender befahren.

Auf Binnenseen wie der Müritz oder dem Bodensee sieht die Sache schon besser aus. Zwar schwankt auch hier der Wasserstand um bis zu 0,50 m, im Regelfall sind Untiefen jedoch mit entsprechenden Tonnen oder festen Schifffahrtszeichen gekennzeichnet.

Tipp: Auf Seen Betonnung und Gewässerkarten beachten.

In Küstenrevieren steht man vor ganz anderen Problemen. Hier muss man zunächst grob zwischen tidenabhängigen und tidenunabhängigen Revieren unterscheiden. Grund-sätzlich gilt in tidenabhängigen Küstengewässern das gleiche wie für entsprechende Flüsse. Je nach Region kann der Tidenhub (die Differenz zwischen Niedrigwasser und Hochwasser) sehr unterschiedlich sein. In der Nordsee sind etwa 3 m normal, an der französischen Atlantik-Küste können es jedoch auch bis zu 10 m Tidenhub sein.

Tipp: Küstengewässer nie ohne Seekarte und Tidenkalender befahren.

Quelle: Boote Magazin




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